Sonnensegel richtig spannen: Warum die Zugrichtung in der Winkelhalbierenden liegen muss

Ein Sonnensegel richtig zu spannen ist entscheidend für Optik, Funktion und Lebensdauer. Einer der häufigsten Montagefehler ist eine falsche Zugrichtung an den Ecken des Sonnensegels. Häufige Folgen sind Falten im Tuch, ungleichmäßige Spannung und starker Durchhang.

Die wichtigste Grundregel lautet daher: Die Befestigungspunkte müssen in der Verlängerung der Segelspitze liegen – also exakt in der Winkelhalbierenden der jeweiligen Ecke. Nur so wird das Sonnensegel gleichmäßig belastet und lässt sich sauber sowie straff spannen.

Wird diese Regel nicht beachtet, entstehen ungleichmäßige Zugkräfte im Material. Besonders bei Regen kann dies problematisch werden, da sich durchhängende Bereiche mit Wasser füllen und sogenannte Wassersäcke entstehen.

Sonnensegel montieren: Praxistipp für die richtige Zugrichtung

Tipp: Befestigen Sie das Tauwerk vorab direkt am Sonnensegel und schauen Sie anschließend entlang des gespannten Seils. Durch diese verlängerte Sichtlinie lässt sich die Position der Befestigungspunkte deutlich einfacher und genauer bestimmen. So vermeiden Sie Messfehler und sorgen von Anfang an für die richtige Zugrichtung des Sonnensegels.

Dieser einfache Trick ist besonders hilfreich, wenn Sonnensegel an Wänden, Masten oder freistehenden Pfosten montiert werden und die Position der Befestigungspunkte nicht eindeutig erscheint.

Richtige und falsche Zugrichtung beim Sonnensegel

Auf den folgenden Skizzen verdeutlichen wir die jeweils richtige und falsche Zugrichtung beim Sonnensegel. So wird auf einen Blick erkennbar, wie sich die Zugkräfte im Segeltuch verteilen.

Richtige Zugrichtung

Falsche Zugrichtung

Winkelhalbierende bei verschiedenen Sonnensegel-Formen

Ab hier wird es etwas technischer: Die folgenden Skizzen zeigen die eingezeichneten Winkelhalbierenden sowie die jeweiligen Winkel der unterschiedlichen Sonnensegel-Formen.

Quadratisches Sonnensegel:

Hier entspricht die Winkelhalbierende der Diagonalen des Segels (45°).

Rechteckiges Sonnensegel:

Hier beträgt die Winkelhalbierende 45°, dies ist nicht die Diagonale – ein häufiger Planungsfehler.

Gleichschenkliges Dreieck:

Die Winkelhalbierende beträgt an allen Ecken des Sonnensegels 30°.

Rechtwinkliges Dreieck:

Am rechten Winkel liegt die Winkelhalbierende bei 45°, an den beiden anderen Ecken bei 22,5°.


Fazit: Sonnensegel ohne Falten richtig spannen

So technisch müssen Sie das Thema im Alltag nicht betrachten. Wenn der Befestigungspunkt in der Verlängerung der Segelspitze liegt und das Tauwerk mittig aus der Ecke herausführt, ist die Zugrichtung automatisch korrekt.

Das sorgt für:

  1. gleichmäßige Spannung im Sonnensegel
  2. weniger Falten
  3. deutlich reduzierten Durchhang
  4. keine Wassersäcke bei Regen

Wenn Sie Ihr Sonnensegel dauerhaft straff und ohne Falten spannen möchten, empfehlen wir zusätzlich unseren ausführlichen Ratgeber:

Sonnensegel spannen – so gelingt es ohne Falten

Dort finden Sie weitere praktische Tipps zur richtigen Montage, zur Wahl des passenden Spannmaterials und zur optimalen Spannung Ihres Sonnensegels.